elchgeweih.de

[fach]blog [für [m[einen]] [all]tag]

23.02.2017

Hoffentlich ist Sex wie Tanzen und irgendwann drehen sich im Aufenthaltsraum Roboter mit unseren Rollstühlen durch die Jahrzehnte.

Dann lächeln wir uns zu, weil wir die Erinnerung nicht als Geste verstehen, sondern deren gestische Qualität erkennen und weil sich im technisch-telepathischen Zeitalter außer uns niemand mehr für solche Unterschiede interessiert.

22.02.2017

Heidegger sagt, dass das Sein immer das Sein des Seienden ist und sich deswegen nicht unabhängig vom Seienden untersuchen lässt. (Phänomenologie der Wahrnehmung. Interessant.)

Sebastian sagt, dass er die Mädels auch mal ungeschminkt sehen will und macht deshalb Frühstück. Sie betonen alle keine Morgenmenschen zu sein und haben 10 Minuten um ein Ideal von Frische und eine Definition von Natürlichkeit zu entwickeln. (Der Bachelor. Hochinteressant.)

21.02.2017

Wolfgang Herrndorf, 13.3. 2010 10:20

Die Häufung der Zufälle offensichtlich die Folge eines überwachen Zustandes, in dem alles genau miteinander verglichen wird. Ich kenne das sonst nur aus den Phasen starker Verliebtheit. Trotzdem verwirrt es mich.

20.02.2017

Ich wollte von zwei Sprechakten erzählen. Von zwei Wunden und der Faszination an meinen kläglichen Dekonstruktionsversuchen. Aber der Gedanke war zu groß um zwischen zwei Push Notifications zu passen:

[…] Ach […] Manchmal glaube ich, dass deine […] Neigung Dingen größeren Sinn zu geben dazu führt dass wir Dinge romantisieren statt uns zu überlegen was die moralischen und eigentlich Konsequenzen sind […]

Ok.

(Sinn war das von Monty Python, oder?)

19.02.2017

Schöne Argumente brauche hübsche Fakten und sexy Anekdoten.
Dann plötzlich der Verrat:

Anlässlich der Eröffnung der ersten deutschen Bahnverbindung am 7. Dezember 1835 zwischen Nürnberg und Fürth warnte angeblich das bayerische Obermedizinalkollegium: Bahnfahrten schneller als 30 Kilometer pro Stunde würden bei den Reisenden wie bei den Zuschauern unfehlbar schwere Gehirnerkrankungen, eine Art Delirium furiosum, erzeugen. Doch diese Warnung ist erfunden. Bahnhistoriker wie Wolfgang Mück konnten kein Obermedizinalkollegium in Bayern um 1835 entdecken. Das Gerücht geht wohl auf eine Polemik des national gesinnten Historikers Heinrich von Treitschke zurück. Gleichwohl führte Hitler die vermeintliche Bahnkritik in seinem Buch Mein Kampf als Beispiel für Technikfeindlichkeit an.

Harro Albrecht: Physiologie der Raserei in DIE ZEIT, 08.09.2005, Nr.37.

Wenigstens ist Hitler schuld. Das macht es einfacher.
(Wir sind ja beide eher für die Form als für Inhalte bekannt.)

Die Daten verwischen meinen Maskara aber du erkennst mich hoffentlich auch ungeschminkt. (Wie viele Kippbilder sind wohl noch im Repertoire versteckt?) Die Geschichte bleibt Ressource, muss aber im Zuge eines nachhaltigen Narrativmanagments recycelt werden.

[…] die Stellungnahmen zu den Fragen der nationalen Selbstbehauptung erinnern uns sehr stark an die Gutachten ähnlicher Sachverständiger in früheren Zeiten, zum Beispiel des bayerischen Medizinalkollegiums anläßlich der Frage der Einführung der Eisenbahn. Alle Befürchtungen dieser erlauchten Korporation von damals sind später bekanntlich nicht eingetroffen; die Reisenden in den Zügen des neuen „Dampfrosses“ wurden nicht schwindlig, die Zuschauer auch nicht krank, und auf die Bretterzäune, um die neue Einrichtung unsichtbar zu machen, hat man verzichtet nur die Bretterwände vor den Köpfen aller sogenannten „Sachverständigen“ blieben auch der Nachwelt erhalten.

Adolf Hitler: Mein Kampf – Band 1 und 2, 855. Aufl. 1943, S. 233f..

In der Volkshochschule bieten sie jetzt den Kurs Postfactual-Storytelling-Skills an („Egal ob Web-Blog, YouTube Kanal oder Podcast. Schneller finanzieller Erfolg garantiert!“ – Kursgebühr: 8,50 Euro) aber ich interessiere mich für Trotz Kommunikation L(i)eben („Sei spontan! Sei kreativ“ – Kursgebühr: 15.000 Euro).

18.02.2017

Die Aufholjagd beginnt damit, dass du dich neben mich legst und ich so tu als würde ich noch schlafen und endet damit, dass ich dich zu Boden drücke. Auf einer anderen Matratze, in einer anderen Wohnung und umringt von brüllend schwitzenden Kopfmenschen, die sich verabredet haben um Triebtäter zu spielen.

 

 

17.02.2017

Spielorte einer Traumsequenz
(15,5 Stunden – Nouvelle Vague)

  • Porte d’Orléans
  • Kathedrale Notre-Dame de Paris (Jardin/Promenade Maurice-Carême)
  • Jardin du Luxembourg
  • Les Grands Voisins (La Lingerie)
  • Grande Mosquée de Paris (Salon de thé)
  • Jardin des Plantes
  • KFC Paris les Halles
  • Centre Georges-Pompidou
  • Porte Maillot